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Netzwerk & KI

"Die Tinte ist noch nicht trocken."

Und wir entscheiden mit, was auf der nächsten Seite steht. Der 45. Unternehmertag OWL in Bielefeld – und welche Gedanken Markus Hirschmeier aus der Rede von Dr. Karsten Wildberger mitnimmt.

Auch in diesem Jahr war Hirschmeier Media beim 45. Unternehmertag Ostwestfalen-Lippe in der Bielefelder Stadthalle vertreten – durch unseren Geschäftsführer Markus Hirschmeier. Für uns ist die Veranstaltung weit mehr als ein Termin im Kalender: Sie bringt Menschen zusammen, die unsere Region wirtschaftlich und gesellschaftlich gestalten.

Besonders schätzen wir, dass der Unternehmertag von so vielen Wirtschaftsorganisationen gemeinsam getragen wird. Mit der IHK Ostwestfalen, den Wirtschaftsjunioren, dem Industrie- und Handelsclub und dem Marketing-Club OWL sind wir seit Jahren verbunden, Markus engagiert sich in mehreren dieser Netzwerke persönlich. Dass aus verschiedenen Richtungen Einladungen zu demselben Abend kommen, empfinden wir als schönes Zeichen für die Verbundenheit in unserer Region – nicht als Selbstverständlichkeit.

In diesem Jahr hat insbesondere die Rede von Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger bei mir, Markus Hirschmeier, viel angestoßen. Seine Gedanken zur Staatsmodernisierung, zur künstlichen Intelligenz und zu den Stärken unserer Industrie haben mich zuversichtlich gestimmt. Deshalb möchte ich hier meine persönlichen Eindrücke teilen – auch weil ich vieles davon aus meiner Arbeit und aus Gesprächen mit Unternehmen in OWL wiedererkenne.

Die dichteste Seite des Buches

Wildberger verglich die gesamte Menschheitsgeschichte mit einem Buch von nur 1.000 Seiten. 200.000 Jahre, jede Seite steht für 200 Jahre. Die Schrift taucht erst auf Seite 975 auf, der Buchdruck auf Seite 998. Elektrizität, Auto, Flugzeug, Antibiotika, Computer und Internet drängen sich auf der letzten Seite zusammen. Und ganz am Ende dieser Seite beginnt gerade erst ein neues Kapitel: die künstliche Intelligenz.

„Wir leben nicht am Ende dieses Buches. Wir leben auf seiner dichtesten Seite.“ – Dr. Karsten Wildberger

Ich fand diesen Gedanken ebenso einfach wie eindringlich. Wir sprechen über „Digitalisierung“ oft, als handele es sich um ein Projekt, das man irgendwann abschließen könnte. Tatsächlich erleben wir eine Entwicklung, deren Tragweite wir noch gar nicht abschätzen können. Die Tinte ist, um in Wildbergers Bild zu bleiben, noch nicht trocken.

Nicht nur Probleme beschreiben, sondern Veränderungen möglich machen

Viele Gespräche in unserer Region drehen sich derzeit um Kosten, fehlende Planungssicherheit, Fachkräfte und Bürokratie. Dahinter stehen konkrete Entscheidungen, Investitionen, Arbeitsplätze und nicht selten die Zukunft familiengeführter Betriebe.

Bemerkenswert fand ich, dass Wildberger die Schwierigkeiten nicht kleinredete, sich aber auch nicht in ihnen verlor. Er sprach über Verwaltung und Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern als Voraussetzung dafür, dass Menschen und Unternehmen wieder schneller handeln können: schnellere Genehmigungen, KI-gestützte Verwaltungsverfahren, eine souveräne digitale Infrastruktur und das Ziel, die Berichtspflichten um 30 Prozent zu reduzieren.

Natürlich wird sich das daran messen lassen müssen, was tatsächlich bei den Unternehmen ankommt. Eine politische Rede ersetzt keine Umsetzung. Aber es ging an diesem Abend nicht nur darum, was falsch läuft, sondern auch darum, welche Hebel man ansetzen kann. Diese Haltung kommt meiner eigenen Vorstellung von Unternehmertum sehr nahe.

Ein Schatz, der nicht einfach im Internet steht

Am stärksten beschäftigt mich seitdem ein anderer Teil der Rede: das industrielle Wissen, das in Regionen wie Ostwestfalen-Lippe gewachsen ist. Die Erfahrung von Ingenieurinnen und Ingenieuren, Prozessdaten, über Jahrzehnte verbesserte Lösungen. Dieses Wissen lässt sich nicht über eine Internetsuche abrufen – und genau deshalb kann es in Verbindung mit KI einen besonderen Wert entfalten.

Meine eigenen Wurzeln liegen im Maschinenbau, ich habe bei Miele Technischer Zeichner gelernt. Über meine Arbeit und meine Netzwerke in OWL habe ich viele Betriebe von innen kennengelernt. Mich beeindruckt dort immer wieder die Kombination aus Können, Erfahrung und Pragmatismus. Zugleich sehe ich viel ungenutztes Potenzial: Wissen steckt in Köpfen oder einzelnen Dateien, Informationen werden doppelt erfasst. Das ist kein Vorwurf. Wer jeden Tag Kunden betreut und Aufträge abwickelt, kann nicht nebenbei seine Organisation neu erfinden.

1
Erst der Prozess, dann das ToolNicht fragen, welches Werkzeug gerade verfügbar ist – sondern welches Wissen und welcher Prozess sich damit sinnvoll verbessern lässt.
2
Wissen erschließen statt ablegenTechnische Dokumentation, Erfahrungen aus Projekten und wiederkehrende Arbeitsschritte dort nutzbar machen, wo sie gebraucht werden.
3
Know-how muss geschützt bleibenWer über Jahrzehnte einen technischen Vorsprung erarbeitet hat, braucht sichere und souveräne Infrastrukturen.

Warum mich das als Unternehmer unmittelbar betrifft

Bei Hirschmeier Media erleben wir selbst, wie schnell sich Arbeitsweisen verändern. Gewachsen sind wir mit Fotografie und visueller Kommunikation. Über Film, 3D und digitale Anwendungen kamen neue Leistungsfelder hinzu, heute beschäftigen wir uns intensiv mit KI-gestützten Workflows und Automatisierungen.

Gelernt haben wir dabei: Nicht jede neue Technologie bedeutet automatisch Fortschritt. Entscheidend ist, ob sie ein echtes Problem löst. Deshalb beginnt unsere Arbeit selten mit einem Tool, sondern mit einem Gespräch: Wo geht Zeit verloren? Welche Aufgaben wiederholen sich? Und warum läuft ein Prozess eigentlich so, wie er läuft?

Nicht jedes Unternehmen muss selbst KI-Experte werden. Aber es sollte die Chance bekommen, das Potenzial für den eigenen Betrieb zu erkennen. OWL bietet dafür hervorragende Voraussetzungen: starke Mittelständler, Forschung, Hochschulen, gewachsene Netzwerke und Initiativen wie it’s OWL, auf die auch Wildberger einging. Wir müssen nicht bei null anfangen. Wir sollten nur besser verbinden, was längst vorhanden ist.

Zuversicht ist mehr als ein gutes Gefühl

„Zuversicht muss man liefern.“ Auch dieser Satz ist bei mir hängen geblieben. Zuversicht heißt für mich nicht schönreden, sondern die Probleme klar sehen, ohne sich von ihnen lähmen zu lassen. Sie entsteht dort, wo aus Ideen Entscheidungen werden und aus Entscheidungen sichtbare Verbesserungen.

Ich bin nicht mit dem Eindruck nach Hause gegangen, dass nun alles gut wird. Aber mit dem Gefühl, dass wir mehr gestalten können, als die tägliche Nachrichtenlage vermuten lässt. Als Unternehmer sollten wir unsere eigenen Möglichkeiten ernst nehmen – und dürfen zugleich von der Politik erwarten, Hindernisse abzubauen und verlässliche Voraussetzungen zu schaffen.

Dabei denke ich auch an meine Kinder. Ich wünsche mir, dass sie in einem Land aufwachsen, in dem Leistung, Ideen und unternehmerischer Mut eine Zukunft haben.

„Die nächste Seite wird geschrieben, so oder so. Die Frage ist: Sind wir dabei?“

Dr. Karsten Wildberger beim 45. Unternehmertag OWL

Die nächste Seite schreiben wir mit

Wir wissen nicht, was auf der nächsten Seite steht. Die Entwicklung der künstlichen Intelligenz geht weiter, ob wir uns vorbereitet fühlen oder nicht, und andere Länder werden ihre Möglichkeiten nutzen.

Wir haben in Deutschland und besonders hier in OWL viel Wissen, Erfahrung und wirtschaftliche Substanz. Wenn wir Gewohntes hinterfragen, neue Technologien mit Augenmaß einsetzen und stärker zusammenarbeiten, entstehen daraus neue Perspektiven. Nicht über Nacht und nicht ohne Rückschläge, aber mit einer Richtung, für die es sich lohnt, anzupacken.

Die Tinte ist noch nicht trocken. Ich möchte, dass wir die nächste Seite nicht nur lesen, sondern mitschreiben.

Wo steckt in Ihrem Betrieb ungenutztes Wissen?

Wir schauen gemeinsam auf Ihre Abläufe und klären, wo KI-gestützte Workflows und Automatisierungen sinnvoll ansetzen können – pragmatisch und mit Blick auf den Schutz Ihres Know-hows.

Wir melden uns persönlich bei Ihnen

Mein Dank gilt der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld, ihrem Präsidenten Jörn Wahl-Schwentker, den beteiligten Wirtschaftsorganisationen und Dr. Karsten Wildberger für einen Unternehmertag, der bei mir weit über den Abend hinaus nachwirkt.

Markus Hirschmeier · Hirschmeier Media

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