Zukunft Braucht einen Plan

Netzwerken auf Mallorca? Klingt nach Kurzurlaub mit Ausrede. Warum der dritte GSP-Netzwerktag genau das Gegenteil war und was Unternehmer daraus mitnehmen können.

„Na, Urlaub?“

Diese Frage kam am Wochenende öfter, als ich zählen konnte. Ein Foto im WhatsApp-Status, Playa de Palma im Hintergrund, und das Kopfkino läuft. Verständlich. Sonne, Meer, Mallorca. Das Bild sitzt.

Nur hatte der Tag damit ungefähr so viel zu tun wie ein Ballermann-Hit mit Steuerrecht.

Es war mein drittes Mal beim Netzwerktag der GSP auf Mallorca, diesmal mit Dimitri an meiner Seite. Und wie jedes Mal war es anders als die Male davor. Ein ganz normales Wochenende zu Hause hat mehr Freizeit. Fürs Meer blieb genau ein Sprung, Sonntag kurz vor dem Abflug. Dazwischen: über fünfzig Unternehmer, Investoren und Berater, fünf Programmpunkte und Gespräche bis zum letzten Drink.

„Wer KI ernst nimmt, muss Energie neu denken.“ Mit diesem Satz endete im Mai unser Beitrag nach dem Unternehmerwochenende auf Mallorca. Im Westerwald folgte die Erkenntnis: Strom braucht Fläche. Diesmal ging es um die Frage, die über allem steht: Wie trifft man Entscheidungen, die über Jahrzehnte tragen?



NETZWERKEN HAT AUF MALLORCA ZWEI BEDEUTUNGEN

Mallorca hängt beim Strom zum allergrößten Teil an einem Kabel vom Festland. Gleichzeitig hat die Insel deutlich mehr Sonnenstunden als Deutschland, und der größte Strombedarf der Hotels fällt genau in die Mittagssonne. Die GSP arbeitet daran, dass mehr Energie direkt auf der Insel entsteht. Wer hier über Netze spricht, meint also wirklich Netze.

Und dann gibt es das andere Netz, das aus Menschen. Das, was an diesem Samstag im Office an der Playa de Palma zusammenkam, war bemerkenswert breit: Steuerrecht, spanisches Immobilienrecht, Photovoltaik, Unternehmensführung, Profisport. Genau diese Mischung macht den Tag wertvoll. Die besten Ideen entstehen selten im eigenen Fachgebiet, sondern an den Schnittstellen.

PROBESTERBEN – DIE UNBEQUEMSTE FRAGE DES TAGES

Den Auftakt machte Niklas Bienhüls, Steuerberater und früher selbst in der Finanzverwaltung. Seine erste Frage an den Raum: Was passiert, wenn Sie morgen nicht mehr da sind?

Er nennt das Probesterben. Wer führt den Betrieb weiter? Wo liegen Vollmachten und Passwörter? Wer entscheidet, wer zahlt die Erbschaftsteuer, und wie verhindert man, dass sich die Kinder zerstreiten? Nach seiner Erfahrung hat die Mehrheit der Mittelständler darauf keine Antwort. Nicht, weil es kompliziert wäre, sondern weil niemand gern darüber nachdenkt.

Seine Antwort darauf ist ein Notfallkoffer: Ehevertrag, Patientenverfügung, Vollmachten, klare Zuständigkeiten. Darauf aufbauend zeigte er, wie steuerliche Instrumente als Planungswerkzeug funktionieren. Investitionsabzugsbeträge glätten Einkommensspitzen. Stiftungsmodelle trennen Eigentum von Verfügungsmacht. Das war für mich der stärkste Gedanke des Vortrags: Man muss etwas nicht besitzen, um darüber zu bestimmen. Das Herzstück ist immer die Satzung, also die Regeln, die man heute aufschreibt, damit morgen niemand raten muss.

Die Brücke zu unserer Arbeit liegt näher, als man denkt. Wir stellen Unternehmen regelmäßig eine ganz ähnliche Frage: Wer hat eigentlich die Zugänge zu Ihrer Website, zur Domain, zu den Social-Media-Konten? In erstaunlich vielen Betrieben hängt das digitale Fundament an einer einzigen Person. Fällt sie aus, steht die Marke still. Probesterben funktioniert auch digital.

NEUNZIG MINUTEN DOPPELPASS

Thomas Helmer hatte es am Vormittag angekündigt: Immer wenn er auf der Insel ist, regnet es. Pünktlich zum Roundtable am Nachmittag war es so weit. Die Terrasse wurde zu klein, die Mikrofone fielen aus, irgendwo ging eine Alarmanlage los. Also rückten alle zusammen. Ehrlich gesagt war das einer der schönsten Momente des Tages.

Auf dem Podium: ein Europameister von 1996 und Nils Petersen, Überraschungsgast, Olympia-Silbermedaillengewinner und Rekord-Joker der Bundesliga. Moderiert von Alexander Rösner, der beide auf die Insel geholt hat. Ich hatte unterhaltsame Anekdoten erwartet. Bekommen habe ich eine der ehrlichsten Runden über Leistung, Führung und Druck, die ich seit Langem gehört habe.

Geduld schlägt Talent. Nils erzählte, wie viele Mitspieler in der Jugend talentierter waren als er. Überholt hat er sie, weil er Dinge aushalten konnte, auch lange Phasen auf der Bank. Genau so erleben wir es bei Sichtbarkeit in Google und in KI-Suchen. Wer nach drei Wochen die Strategie wechselt, kommt nie an. Wer dranbleibt, überholt irgendwann die Talentierteren.

Die zweite Reihe entscheidet. Die erste Elf, so Nils, kann man in Ruhe lassen. Die Kunst eines guten Trainers ist es, die zu halten, die gerade nicht spielen. Ersetze „Elf“ durch „Team“, und es passt auf jedes Unternehmen.

Das Team hinter dem Team. Als Kapitän hat Thomas für die Menschen gesammelt, die nie im Rampenlicht stehen: Busfahrer, Zeugwart, Sekretariat. Kein Pflichtprogramm, nur eine Geste. Danach gaben alle ein Stück mehr.

Und dann der Satz, der den ganzen Tag zusammenfasst: Wertschätzung ist die härteste Währung.

WAS WIR ALS AGENTUR DARAUS MITNEHMEN

Nach so einem Tag fährt jeder mit vollem Kopf nach Hause. Eine Woche später ist davon oft die Hälfte weg. Nicht, weil die Inhalte schlecht waren, sondern weil im Alltag niemand die Zeit hat, sie zu sortieren.

Neben dem Austausch bringen wir zu solchen Tagen unser eigenes Thema mit: Visuals und KI. Also habe ich es mir aus eigener Motivation heraus erlaubt, die Veranstaltung fotografisch zu begleiten und jedem Gast eine bleibende Erinnerung zu schenken. Dazu gibt es eine Zusammenfassung aller Impulse, Speaker für Speaker, mit dem Anspruch, dass sie auch in einem Jahr noch Wert hat.

KI ist dabei unser Werkzeug. Qualität bleibt unser Anspruch. KI hilft beim Sortieren, Strukturieren und Verdichten. Die Auswahl, die Einordnung und die Frage, was davon wirklich wichtig ist, bleiben beim Menschen.

Für Unternehmen, die Tagungen, Messeauftritte oder Strategietage ausrichten, ist genau das ein unterschätzter Hebel: Aus einem Tag entsteht etwas, das bleibt. Bilder, die tragen. Texte mit Substanz. Wissen, das im Unternehmen weiterarbeitet, statt in einem Ordner zu verstauben.

Mehr zu unseren KI-Leistungen: kigrafie

FAZIT

KI braucht Strom. Strom braucht Fläche.

Nach Mallorca kommt ein dritter Satz dazu: Und alles zusammen braucht einen Plan. Für die Nachfolge, für den Kaufvertrag, für das Team, für die eigene Marke. Und Menschen, die diesen Plan durchhalten, auch wenn es regnet.

Jede Netzwerkveranstaltung ist für mich wie dieser Sprung ins Meer am Sonntag: im ersten Moment frisch. Dann will man gar nicht mehr raus.

Und jetzt ehrlich: Könntet ihr die Frage von Niklas heute beantworten?


DANKE

Ein großes Dankeschön an Günther Gehring, Heiko Schieser, Gundi Kühweg und das gesamte Team der GSP für die Einladung und einen Tag, der mehr war als ein Programm. An Niklas Bienhüls, Dr. Manuel Stiff, Dr. David Cuenca Pinkert und Itamar Restrepo für ihr Wissen. An Thomas Helmer, Nils Petersen und Alexander Rösner für neunzig Minuten, die man so schnell nicht vergisst.

Und an alle Gäste, mit denen ich zwischen den Programmpunkten reden durfte. Die besten Gespräche fanden wieder einmal nicht auf der Bühne statt, sondern an der Kaffeemaschine.

Die Bilder erzählen den Rest.


Hinweis: Die Inhalte der Vorträge sind in eigenen Worten wiedergegeben und ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung.