Wir sind so vernetzt wie nie. Warum fühlen wir uns dann immer weniger verbunden?

Was ein Abend mit Ravensburger beim Industrie- und Handelsclub OWL in Bielefeld über KI, echte Begegnungen und die neue Lust am Analogen erzählt.

Wir liken. Teilen. Chatten. Arbeiten digital. Nutzen KI. Wir können innerhalb weniger Minuten Bilder erschaffen, Filme generieren und Ideen visualisieren, für die wir vor wenigen Jahren noch Tage gebraucht hätten.

Auch bei uns bei Hirschmeier Media in Bielefeld ist KI längst fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit.

Und dann sitzt man an einem Dienstagabend bei einem Vortrag und denkt plötzlich über ein Puzzleteil nach.

 

Mehr als ein Spiel

Zu Gast beim Industrie- und Handelsclub OWL war Clemens Maier, Vorstandsvorsitzender der Ravensburger AG. Sein Vortrag trug den Titel „Mehr als ein Spiel“.

Und genau darum ging es am Ende auch.

Nicht nur um Spiele. Sondern um Menschen.

Maier beschrieb eine Entwicklung, die zunächst widersprüchlich klingt: Unser Alltag wird immer digitaler. Gleichzeitig wächst offenbar das Bedürfnis nach realen Erlebnissen, Haptik, Entschleunigung und echter Gemeinschaft.

Denn immer online zu sein bedeutet eben noch lange nicht, sich wirklich verbunden zu fühlen. Genau diese Differenz zwischen digitaler Vernetzung und tieferer Verbundenheit war einer der Gedanken, die sich durch seinen Vortrag zogen.

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Vielleicht ist analog gar kein Rückschritt

Basteln. Gärtnern. Fahrradfahren. Gemeinsam Kaffee machen. Spielen.

Menschen suchen wieder bewusster Erfahrungen, bei denen nicht ausschließlich ein Display zwischen ihnen und der Welt steht. Maier beschrieb diese Entwicklung mit dem Bild eines Pendels: Nach einer starken Bewegung in die digitale Welt wächst die Sehnsucht nach einem Ausgleich.

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Ravensburger erlebt das unmittelbar.

Puzzeln beispielsweise verbinden viele zunächst mit Ruhe und Entspannung. Gleichzeitig treffen sich heute Hunderte Menschen zu Puzzle-Meisterschaften und machen aus dem vermeintlich stillen Hobby einen Wettbewerb.

Bei der von Maier gezeigten deutschen Puzzlemeisterschaft waren rund 600 Menschen dabei. Und bemerkenswert ist auch die Zielgruppe: keineswegs nur ältere Puzzlefans, sondern viele jüngere Menschen.

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Aus einzelnen Puzzleteilen entsteht plötzlich eine Community.

Noch deutlicher wird das bei Disney Lorcana. Rund um das von Ravensburger entwickelte Sammelkartenspiel entstehen internationale Gemeinschaften, Turniere und Events. Menschen reisen, treffen sich, sammeln, tauschen und spielen miteinander. Gerade in einer digitalisierten Welt investieren sie Zeit und Leidenschaft darin, physisch zusammenzukommen.

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Und was hat das mit KI zu tun?

Eine ganze Menge.

Denn der Abend war keineswegs ein Plädoyer gegen Digitalisierung. Ravensburger nutzt selbst KI in unterschiedlichen Arbeitsprozessen und experimentiert mit den Möglichkeiten. Gleichzeitig hält das Unternehmen bei der kreativen Produktentwicklung bewusst am Menschen fest.

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Diese Haltung gefällt uns.

Denn auch wir beschäftigen uns bei Hirschmeier Media in Bielefeld intensiv mit generativer KI, KI-Bildproduktion und neuen Möglichkeiten für Fotografie, Film und visuelle Kommunikation.

Aber wir glauben nicht an Technologie um der Technologie willen.

Die Idee entscheidet. Nicht das Tool.

Genau das entspricht auch unserer eigenen Arbeitsweise: KI kann Prozesse beschleunigen, Möglichkeiten erweitern und Produktionen völlig neu denken. Sie ersetzt aber nicht automatisch eine gute Idee, handwerkliches Verständnis oder den Moment, in dem Menschen tatsächlich miteinander in Verbindung treten.  

Also: Photoshop auf.

Für diesen Blogbeitrag und den dazugehörigen LinkedIn-Post hätten wir unser Gruppenfoto innerhalb kürzester Zeit per KI in ein Puzzle verwandeln können.

Eigentlich naheliegend für eine Agentur, die täglich mit KI arbeitet.

Nach diesem Vortrag wollte ich es aber bewusst anders machen.

Back to the roots.

Photoshop auf. Selber bauen. Puzzleteil für Puzzleteil.

Hat länger gedauert.

Hat aber auch wieder Spaß gemacht.

Und ganz nebenbei braucht das Bild dieses Mal nicht einmal ein „KI-generiert“-Label. 😉

Vielleicht ist das eine ziemlich gute Erinnerung daran, dass Effizienz nicht immer das einzige Kriterium sein muss.

Wenn das Spiel erst einmal auf dem Tisch liegt

Ich kenne dieses Gefühl auch aus unserem Familienalltag.

Meine Frau und ich spielen gerne mit unseren Kindern. Brettspiele, Kartenspiele, Gesellschaftsspiele. Gerade im Campingurlaub gehört das bei uns eigentlich immer dazu. Aber auch am Wochenende oder unter der Woche landet regelmäßig ein Spiel auf dem Tisch.

Und ich gebe zu: Manchmal muss auch ich mich zunächst überwinden.

Laptop zu. Smartphone weg. Nicht noch schnell eine Mail beantworten. Nicht noch einmal irgendwo reinschauen.

Aber sobald das Spiel aufgebaut ist, verändert sich etwas.

Man redet. Man lacht. Man ärgert sich. Man diskutiert. Man denkt nach. Einer gewinnt, ein anderer verliert und manchmal werden die Regeln erstaunlich kreativ ausgelegt.

Vor allem aber verbringt man wirklich Zeit miteinander.

Natürlich gehören digitale Medien auch bei uns zum Alltag. Es geht nicht darum, das eine gegen das andere auszuspielen.

Vielleicht geht es vielmehr darum, beides bewusst zu nutzen.

Vernetzung braucht manchmal keinen Bildschirm

Passenderweise endete auch der Abend beim Industrie- und Handelsclub OWL genau so.

Nach dem Vortrag gingen die Gespräche in kleineren Runden weiter. Es wurde über Unternehmen und Technologien gesprochen, aber genauso über Spiele, Kinder, Enkelkinder und eigene Erinnerungen.

Keine Videokonferenz. Kein Chat. Keine KI.

Einfach Menschen, die miteinander reden.

Genau diese Mischung macht für mich die Veranstaltungen des Industrie- und Handelsclubs OWL in Bielefeld wertvoll: Impulse von Unternehmerinnen und Unternehmern aus erster Hand und anschließend genügend Raum, um diese Gedanken gemeinsam weiterzudenken.

Vielen Dank deshalb an Clemens Maier und Ravensburger für die Einblicke sowie an IHC-Präsident Eduard R. Dörrenberg und die Dr. Wolff Group für die Gastfreundschaft in Bielefeld. Bei persönlichen Gesprächen und kulinarischer Begleitung fand ein sehr kurzweiliger Abend den passenden Ausklang.

Mensch oder Maschine? Vielleicht ist das die falsche Frage.

Wir werden bei Hirschmeier Media weiterhin KI einsetzen. Wahrscheinlich morgen schon wieder für Dinge, die gestern noch klassisch produziert worden wären.

Denn neue Technologien eröffnen enorme kreative Möglichkeiten.

Aber Fortschritt bedeutet für uns nicht, maximal viel Technologie einzusetzen.

Sondern die richtige.

Manchmal ist das ein generatives KI-Modell.

Manchmal eine Kamera.

Manchmal Photoshop.

Und manchmal sind es ein Tisch, vier Menschen und ein Stapel Spielkarten.

Denn vielleicht müssen wir bei all der digitalen Vernetzung vor allem auf eines achten: die echte Verbindung nicht zu verlieren.

Und deshalb zum Schluss eine ganz analoge Frage:

Wann habt ihr zuletzt wirklich gespielt – und was kam bei euch auf den Tisch? 🎲🃏🧩